Microsoft – Aufrüsten für ein neues Zeitalter

Bei Microsoft tut sich was. Nachdem das Unternehmen über Jahre vieles falsch gemacht und Trends verschlafen hat, versucht die Konzernführung jetzt mit aller Macht die Fehler wieder gut zu machen und Microsoft in eine gute Ausgangsposition für zukünftige Themen zu bringen. Microsoft bereitet sich auf ein neues Zeitalter vor: das Post-Homecomputer-Zeitalter.

Entwicklungen verschlafen

Jahrelang bzw. jahrzehntelang hat Microsoft viele Trends verschlafen, die heute Milliardenmärkte sind. Bill Gates hatte die revolutionären Möglichkeiten des Internets und seinen Aufstieg zum allesdurchdrängenden Medium nicht erkannt. Microsoft verschlief die Entstehung des Smartphone- und später des Tabletmarktes und das Unternehmen verstand nicht gute kleine Ideen zu einer großen und gutfunktionierenden zusammenzufassen. Das holt Microsoft jetzt nach.

Skype-Übernahme

Den ersten großen Schritt hat Microsoft mit der Übernahme von Skype für satte 8,5 Mrd. Dollar. Das stellte die bis dahin größte Übernahme in der 36-jährigen Geschichte des Konzerns da. Ballmer jubelte damals zurecht, dass „Skype mit Microsoft zu verknüpfen, [...] ein gewaltiges Umsatzpotenzial“ bietet und dass, obwohl die Mehrheit der Skype-Nutzer den VoIP-Dienst kostenlos nutzt. Von den 170 Mio. Kunden, nutzen nur 6% die Möglichkeit, von Skype ins Fest- oder Handynetz zu telefonieren. Diese Möglichkeit ist Skypes größte Einnahmequelle. Videotelefonie über das Handy gilt als Wachstumsmarkt. Für Microsoft bzw Skype bietet das die Möglichkeit, Werbung zu platzieren und neue Einnahmen zu generieren.

Microsofts großes Ass im Ärmel ist die schon existierende Integration von Skype in Facebook. Microsoft hält an dem Unternehmen 1,6%  und enge wirtschaftliche Beziehungen (zB. Bing). Damit dürfte nicht nur der Bestand von 170 Mio. Kunden gesichert sein, sondern es besteht sogar das Potenzial, dass die Nutzerschaft in Zukunft noch deutlich wächst, vor allem dann, wenn es Microsoft gelingt, Skype in andere Hausprodukte zu integrieren, wie etwa in Kinect oder den Betriebssystemen für insbesondere Smartphones und Tablets.

Yahoo-Übernahme wäre konsequent

Ähnlich wie mit Facebook besteht auch mit Yahoo eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit. Yahoo setzt zum Beispiel die Suchtechnologie von Microsofts Suchmaschine Bing für die eigene Suchmaschine ein. Die Übernahme Yahoos könnte sogar ein – im Vergleich zur gescheiterten Übernahme 20o8 – werden. Damals versuchte Microsoft den Konzern für 45 Mrd. Dollar zu übernehmen, heute wird der Wert des Unternehmens auf noch nicht einmal 25 Mrd. Dollar geschätzt. Für Microsoft würde die Übernahme Yahoos erhebliches Potenzial bedeuten. Yahoo hat weltweit ca. 622 Mio. Kunden und bietet diverse vielgenutzte Produkte, darunter Yahoo Mail, Yahoo Messenger und Flickr.

Yahoo Mail hat ca. 300 Mio. Nutzer und ist damit das zweitgrößte Freemail-Angebot der Welt. Googles Googlemail bzw. GMail würde kräftig unter Druck geraten und Microsoft hätte einen neuen Absatzmarkt für Werbung. Yahoo Mail liese sich auch hervorragend in andere Produkte integrieren: Smartphones, Tablets, Office und Skype, aber auch in andere.

Der Yahoo Messenger könnte in den hauseigenen Instant-Messenger MSN integriert werden. MSN selbst könnte dann wiederum in fast alle anderen Produkte eingefügt werden, insbesondere in die Betriebssysteme, Skype und Kinect.

Flickr könnte zum Beispiel als Erweiterung der eigenen Suchmaschine Bing genutzt werden oder in Kooperation mit Facebook auch als integrierte Facebook-App.

Noch immer gilt Yahoo als eine Hausmacht im Online-Ad-Markt, obwohl die Erlöse immer weiter sinken. Microsoft würde also seine Postion in diesem Markt erheblich stärken und Konkurrenz wie Google und Facebook (trotz 1,6%-Beteiligung) erheblich unter Druck setzten und ein großes Stück vom Kuchen abbekommen. Sollte die Yahoo-Übernahme bzw. der Erwerb der von 10 bis 15% gelingen, würde das für Microsoft ein großer Schritt in eine gesicherte Zukunft bedeuten.

Übernahmegerücht für Nokias Smartphone-Geschäft

Vor ein paar Tagen ging die Nachricht durch die Szene, dass Microsoft das Smartphone-Geschäft samt Patente und zwei Fabriken von Nokia übernehmen möchte. Das von den Technikjournalist Eldar Murtazin in die Welt gesetzte Gerücht würde, wie ich in meinem Artikel und dem Kommentar geschrieben habe, hervorragend in die neue Microsoft-Strategie passen. Ähnlich wie Google es mit Motorola gemacht hat, plane also auch Microsoft den Erwerb eines Smartphone-Herstellers um seine Software-Plattform Windows Phone auf dem Markt zu etablieren. Microsoft und Nokia gelten beide als die großen Verlierer des Smartphone-Marktes. Nokias Marktanteil sinkt stetig (auf im konventionellen Handymarkt) und Microsofts Software dümpelt seit Jahren in der Bedeutungslosigkeit. Die Übernahme könnte eine Renaissance des Betriebssystems bedeuten. Würde es damit Microsoft gelingen, neue Marktanteile zu erkämpfen und sich als neuer großer Player in dem Smartphone- und später im Tablett-Markt zu etablieren, wäre die Neuausrichtung des Konzern größtenteils abgeschlossen. Die Übernahme biete die Möglichkeit, dass Microsoft nicht nur eine gute Plattform zu Verfügung stellt, sondern ein perfekt abgestimmtes Produkt aus einer Hand mit guter Integration von Kinect, Skype, Office, MSN, Flickr, Facebook, Yahoo Mail, Bing und dem hauseigenen Cloud-Computing-Dienst.

Eine weiterverbreitetes Betriebssystem würde die Umsatzmöglichkeiten des Konzens deutlich vergrößern. Bing würde mehr Reichweite und Relevanz bekommen, der Fortbestand von anderen Produkten wäre gesichert, der Windows Store hätte gute Chance ein Geldesel des Konzern zu werden, die Möglichkeit mehr Kunden zu gewinnen wäre geschaffen und die Attraktivität für Werbekunden würde deutlich steigen.

Baut Microsoft dann noch eine gute Fernseh-Plattform (mit Kinect, Windows Store, Bing, Facebook, Flickr, MSN und Skype), Microsoft würde der Konkurrenz von Google, Apple, Amazon und Facebook kräftig Angst einjagen und neue Impulse für die rasche Weiterentwicklung von Produkten und des Marktes geben.

Update (21.01.2012)

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtete, ist die Windows-Sparte nicht mehr die wichtigste des Konzerns. Seit zwei Jahren schon verdient Microsoft mehr mit Office als mit Windows und seit dem dritten Quartal 2011 auch mehr mit Windows für Rechenzentren (Server). Der Hauptgrund für die rückläufigen Windowsverkäufe ist der wachsende Tablet-Markt, bei dem vor allem Apple mitwächst und nicht Microsoft.

Während das Windows-Geschäft um 6% zurück ging, steigerte Microsoft den Gesamtumsatz um 5%, weil die Officesparte um 3%, das Geschäft mit der Suchmaschine Bing um 10% und die Unterhaltungssparte (Xbox etc.) um 15% zulegte.

Update (25.01.2012)

Apple hat nun seine Geschäftszahlen für das 4. Quartal 2011 vorgelegt. Was bedeutet das für Microsoft? Apple ist nun wieder der größte Handyhersteller der Welt – Samsung durfte sich zwei Wochen lang als Nummer Eins feiern – Microsofts Windows Phone findet dagegen weiterhin keinen Absatz. Apple ist auch weiterhin die absolute Nummer Eins des Tabletmarkts und wenn man Tablets zu Computern dazurechnet nun auch der größte Computerhersteller. Microsoft bekommt weder im Tabletmarkt einen Fuß in die Tür, noch steigt der Umsatz und Gewinn im Homecomputerbereich. Im Gegensatz zu Microsoft scheint Apple den Übergang ins Post-Homecomputer-Zeitalter gemeistert zu haben und sich sogar als der große Player der IT-Branche zu behaupten.

Kommentar an SlateTalk – Das Tabletblog

In meinem heutigen Artikel habe ich geschrieben, dass Nokia von der angeblich bevorstehenden Trennung vom Smartphone-Geschäft zu einem reinen Hardware-Hersteller und dass Microsoft ein aufgeweckter Riese werden wird. „Coyanis“ von SlateTalk hat mich gebeten zu seinem Kommentar Stellung zu nehmen.

In dem Kommentar heißt es, dass die Führung Nokia nicht so dumm wäre das Smartphone-Geschäft abzustoßen, denn die Kooperation mit Microsoft scheint wohl langsam Früchte zu tragen. Wie Coyanis aber richtig erkennt, sind Microsoft und Nokia die Verlierer des Smartphone-Marktes. Beide erhoffen sich durch die Kooperation einen Aufstieg: Nokia möchte mehr Handys verkaufen und Microsoft sein Betriebssystem verbreiten.

Ich sehe da allerdings meherere Probleme: 1) der Ruf Nokias in den USA extrem schlecht. Dort gilt Nokia als die Billigmarke schlecht hin – etwa so wie bei uns LG. 2) Nokias Handys sind von den Telekommunikationsunternehmen in den USA nicht subventioniert. Will man dort ein Nokia-Smartphone kaufen ist dies teurer als der Kauf der Konkurrenz von Google und Apple. 3) Der Ruf von Nokia hat auch in Europa gelitten. Nokia gilt nicht mehr als der Hersteller der besten Handys, insbesondere von Smartphones. 4) Ostasiatische Konkurrenz hat in Sachen Qualität – zu oft besseren Preisen – aufgeholt. 5) Microsofts Windows Phone hat das Image ein schlechtes Betriebssystem zu sein von Windows Mobile geerbt. Das Image loszuwerden wird eine schwierige Angelegenheit.

Elder Murtazin hat ja, wie Coyanis berichtet, erzählt, welche Neuausrichtung Nokia vornehmen würde, wenn Nokia sich für den Verkauf entscheidet: Low-Cost-Smartphones. Ich hatte ja in meinem Artikel erwähnt, dass Nokia von der Bildfläche in Europa und den USA mehr und mehr verschwinden wird, weil sich Nokia auf das immer noch hoch profitable Geschäft mit konventionellen Handys konzentrieren wird. Sollte sich Nokia noch für ein Low-Cost-Smartphone-Geschäft entscheiden, würde dies den Rückzug aus dem europäischen Markt nicht stoppen, denn Low-Cost-Smartphones würden hauptsächlich in Ländern wie China, Indien und in Südamerika und Afrika abgesetzt werden. Da Nokia aber in Europa zu höheren Kosten produziert, als die Konkurrenz von HTC, LG und Samsung in Ostasien, würde das bedeuten, dass Nokia entweder weniger absetzt, weil es teurer ist, oder es würde billiger verkaufen, aber dann auch pro Handy weniger verdienen. Auf jeden Fall würde dies bedeuten, dass Nokia insgesamt weniger verdient. Dass die Geräte auch bei uns abgesetzt werden können bezweifle ich. Das liegt zum einem am Ruf, aber zum anderen auch an der Konkurrenz: Es gibt in Europa auch schon kostengünstige Smartphones mit Android als Betriebssystem und gerüchteweise plant auch Apple eine Abspeckversion des iPhones auf den Markt zu bringen – neben den schon jetzt günstig erwerbbaren iPhone 3G.

Nokia steht vor einer Neuausrichtung des Geschäfts. Die Firma ist im Moment das, was Motorola bis zum Verkauf an Google war: ein Ertrinkender im großen Ozean, nur, dass sich Nokia verzweifelt an einem Strohhalm festhalten zu versucht. Nokia kommt nicht drumrum sich aus dem Smartphone-Geschäft zu verabschieden und ein Dasein als Hersteller konventioneller Handys zu fristen. Warum sollte also Nokia nicht das Geld mitnehmen, was es noch viel Geld dafür gibt?

Microsoft hingegen würde von dem Kauf profitieren. Es könnte seine Software besser auf die Hardware abstimmen und ein Gesamtprodukt verkaufen. Es könnte sein Betriebssystem besser mit anderer Haussoftware verknüpfen. Sollte Microsoft auch noch Yahoo irgendwann kaufen, könnte sogar Microsoft eine große Nummer im Mobile-Ads-Sektor werden. Microsoft würde also nur profitieren, zumal es trotzdem sein Betriebssystem für anderen Hersteller zu Verfügung stellen kann, so wie es Google auch nach dem Kauf von Motorola weiterhin macht.

Nokias Smartphone-Geschäft vor dem Ende?

Eben habe ich beim durchstöbern meines Twitter-Accounts einen Artikel von Basic Thinking Blog in meinem Stream entdeckt: Muss man Angst um Nokia haben?. Basic Thinking berichtet, dass die ersten Gerüchte über einen Verkauf des Smartphone-Geschäfts Nokias an Microsoft aufgetaucht sind. Die Quelle des Gerüchts berichtet laut Basic Thinking, dass der Abstoß noch in diesem Jahr vollzogen werden soll.

Schon vor einem Jahr hatte ich den Abstieg Nokias prophezeit. Jetzt scheint sich der Prozess offensichtlich zu beschleunigen. Damals konnte man schon feststellen, dass Missmanagement der Grund dafür ist. Nokia produziert zwar qualitativ hochwertige Hardware, aber Software, die viele einfach nur als Schrott empfinden. Weil Symbian nutzerunfreundlich war und die Entwicklung Meegos in Zusammenarbeit mit Intel scheiterte, setzte Nokia auf Windows Phone aus dem Hause Microsoft. Damit hatten sich wohl die zwei Verlierer des Smartphone-Marktes zusammengetan, um ein großer Verlierer zu werden. Für Microsoft scheint sich diese Kooperation wohl doch zum Guten zu entwickeln, für Nokia manifestiert sich der Untergang.

Neues Kräfteverhältnis

Das ziemlich konkrete Gerücht spiegelt auch eine Verschiebung von Kräfteverhältnissen im Smartphone-Markt wieder: Der, der die beste bzw. benutzerfreundlichste Software produziert, ist der starke Mann am Markt und nicht mehr der, der die beste Hardware bereitstellt. Microsoft hat nun die Chance, nachdem es wie in so vielen Fällen verpasst hat, rechtzeitig sich auf einem neuen Markt zu positionieren, tausende Patente für das hauseigene Portfolio zu sichern und um sich im Patentkrieg besser zu schützen. Patente scheinen sowieso im Moment das Schlachtmittel zu sein (Aus diesem Grund kaufte Google Motorola für 12,5 Mrd. Dollar).

Verbesserte Position für Microsoft

Mit dem Kauf von Nokias Smartphone-Geschäft hätte Microsoft nicht nur ne bessere Ausgangsposition im Patentkrieg, es könnte auch sein Betriebssystem besser auf die Hardware abstimmen und ein Gesamtprodukt aus einer Hand verkaufen. Auch könnte Microsoft seine eigene Suchmaschine Bing und sonstige Produkte, wie die Microsoft Cloud oder den Internet Explorer, besser integrieren und somit Google, Apple und Amazon im Tablet- und Smartphone-Geschäft kräftig Druck machen.

Microsoft stärkt sich zudem für das Post-Homecomputer-Zeitalter (In diesem Zusammenhang darf auch die Yahoo-Offerte gesehen werden).

Was bedeutet das für die Zukunft?

Microsoft wird sich zu einem wiedererstarkten großen Player im Smartphone-Markt. Auch dem Tablet-Markt könnte Marktverschiebung bevorstehen. Möglich ist, dass auch langfristig neuer Schwung in den Suchmaschinen- und Mobile-Advertising-Markt kommt und Google dort stark unter Druck gerät. Microsoft wird wohl der große Gewinner des Patentkrieges werden, denn zum schon jetzt sehr großen Patent-Portfolios kommen noch tausende Nokia-Patente hinzu.

Nokia wird wohl zu einem Hersteller von reiner Hardware werden und wird sich auf das Geschäft mit normalen, nicht smarten Handys konzentrieren. Es wird wohl als große Marke verschwinden. Zudem wird es als teurer europäischer Hersteller von Handys kräftig unter Druck von asiatischen Konkurrenten geraten, sodass die bisher noch üppigen Gewinne wohl auf lange Sicht schrumpfen werden. Nokia wird, dadurch, dass der Markt für konventionelle Handys in Europa und den USA sinkt und der für Smartphones sich stark vergrößert, auch mit der Zeit von der Bildoberfläche in der westlichen Welt verschwinden, zumal Nokia in den USA sowieso so gut wie nicht zu finden ist.

Update – Facebook, Twitter, Google+ absichern

Nach langer Zeit kommt wieder einmal ein neuer Artikel zur Absicherung von Accounts in den Sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und zusätzlich auch dem noch immer ziemlich neuen Google+.

In Sachen Sicherheit alles beim Alten bei Twitter

Seit meinem letzen Artikel hat sich bei Twitter in Sachen Netzwerksicherheit nichts neues ergeben. Twitter bietet weiterhin die Möglichkeit, seinen Account standardmäßig mit https zu schützen. Dafür muss man sich einfach nur mit seinem Account anmelden, auf die „Einstellungen“ gehen, bei „Account“ runterscrollen und das Häckchen bei „Nur HTTPS“ setzen. Fertig.

Update, 12.12.2011: Etwas zur Twitter-Sicherheit von Chip zum Thema: Falsche Freunde.

Neue Funktionen bei Facebook

Bei Twitter hat sich wenig getan, bei Facebook dafür um so mehr. Wer mit seinem Account angemeldet ist, findet unter seinen „Kontoeinstellungen“ und dem Unterordner „Sicherheit“ einige Sicherheitsfeatures.

Dort sind folgende sechs Unterpunkten zu finden:

„Sicheres Durchstöbern“

„Anmelde-Benachrichtigungen“

„Anmeldebestätigungen“

„Passwörter für Anwendungen“

„Bekannte Geräte“

„Aktive Sitzung“

Bei „Sicheres Durchstöbern“ handelt es sich um die nicht standardmäßig aktivierte HTTPS-Verschlüsselung. Facebook bietet die Möglichkeit sich per Email benachrichtigen zu lassen, wenn von einem unbekannten PC oder Hände versucht wird sich mit dem Account an zu melden. Man hat mit dem dritten Feature die Möglichkeit, dass bei unbekannten Geräten ein Sicherheitscode eingegeben werden muss, um sich vor unbefugten Zugriff zu schützen. Wenn man den Zugriff von einem bisher unbekannten Gerät erlaubt hat, kann man im Nachhinein dem Gerät die Erlaubnis wieder entziehen.

Ähnlich wie der Sicherheitscode funktioniert auch das Passwort für Anwendungen. Zu guter Letzt zeigt Facebook auch die letzten Aktiven Sitzungen an, sodass man nachvollziehen kann, ob sich jemand unbemerkt mit dem eigenen Account angemeldet hat.

Um die Feature nutzen zu können einfach Häckchen setzen und man hat´s.

Update, 11.12.2011: Wie ich bei TheGizmoFreak gelesen habe, hat Facebook auch einen 20-seitigen Guide zur Accountsicherheit veröffentlicht.

Update, 12.12.2011: Übrigens hat auch netzwelt.de sich mit dem Thema befasst.

Update, 21.01.2011: ZDDK hat einen ausführlichen Leitfaden zur Absicherung der Chronik/Timeline erstellt.

Sicherheit für Google+

Natürlich bietet auch das junge Netzwerk von Google einige Sicherheitseinstellungen an.

Google+ bietet genauso wie Facebook die Möglichkeit einen Passwortschutz für Anwendungen wie zum Beispiel Spiele einzuführen. Dafür meldet man sich mit seinem Account an, geht auf die „Kontoeinstellungen“, Unterkategorie „Kontoübersicht“ und klickt auf „Bearbeiten“ bei „Autorisierung von Anwendungen und Webseites“.

Wenn man sich manchmal auf einem PC anmeldet, denn man normalerweise nicht benutzt, hat man die Möglichkeit einen Funktion im Account einzustellen, der dann, wenn man sich an einem unbekannten PC anmeldet, nach Passwort und einem Code fragt, den man auf sein Handy geschickt bekommt. Um diese Funktion zu aktivieren, muss man in der Unterkategorie „Kontoübersicht“ den Punkt „Bestätigung in zwei Schritten“ aktivieren.

Groupon – Börsengang und Zweifel am Geschäftsmodell

Das Wunderkind ist an die Börse gegangen und hat 700 mio. Dollar eingenommen. Groupon-Gründer Andrew Mason hat mit seiner Firma nun auch den Schritt gewagt, den schon einige Technologiefirmen gewagt haben und auch noch wagen werden: den Schritt auf das Parkett.

Groupon ist nun das dritte große IT-Unternehmen nach Yandex und LinkedIn, dass an die Börse geht. Der Erfolg von Groupon gilt in der Branche auch als Gradmesser für weitere Börseneintritte – etwa dem von Facebook oder Zynga.

Groupon hat einen völlig neuen Markt geschaffen und die Offline- der Onlinewelt ein bisschen näher gebracht. Bei Groupon zahlt man ein Produkt mit satten Rabatten online und erzählt sein Produkt offline in einem Laden, wenn sich genug für dieses Produkt entschieden haben.

Starke Konkurrenz durch Google

Es gibt jedoch einen Hacken: Groupon macht keinen Gewinn und es mehren sich Zweifel, ob das Geschäftsmodell sich langfristig trägt. Kunden werden nämlich nicht durch Newsletter gebunden. Bietet eine andere Firma bessere Rabatte an, wandern diese schnell ab, weil zum Beispiel kein Netzwerk sie daran hindert. Außerdem hat Groupon kräftig Konkurrenz erhalten. Neben diversen kleineren Nachahmern ist dies vor allem Google mit seinem Produkt Offers. Google hat auch langfristig die besseren Voraussetzungen sich am Markt als Marktführer zu etablieren. Mit der hauseigenen Handyplattform Android beherrscht Google den Smartphone-Markt und hat mit seinen Produkten wie Google Maps beste Möglichkeiten seine Rabatt-Plattform zum All-in-One-Angebot auszubauen und für den mobilen Werbemarkt als DIE Werbeplattform zu etablieren.

Wann kommt die nächste Internetblase?

100.000.000.000 ist die Zahl des Tages. So hoch wird Facebook jetzt bewertet. 100 Mrd. Dollar ist eine gigantische Zahl und wird von Facebook für den voraussichtlich 2012 stattfindenden Börsengang als Zielwert vorgegeben. Dies wäre dann der größte Börsengang der Geschichte und das Unternehmen wäre mehr wert als die Deutsche Post, die Deutsche Bank und die Lufthansa. Außerdem wäre es nach Apple (300 Mrd. Dollar), Mircosoft und IBM (jeweils gut 200 Mrd. Dollar) und Google (170 Mrd. Dollar) das fünftgrößte -nach Marktwert- IT- Unternehmen der Welt.

Explodierender Marktwert

Facebooks Marktwert explodiert gerade und schnellt immer schneller immer höher. Vor einem Jahr (Juni 2010) lag Facebooks Marktwert bei „gerade einmal“ 23 Mrd. Dollar. Also gut ein viertel dessen, was eis heute wert sein soll. Im Februar, als etwas mehr als ein halbes Jahr später, hatte sich der Marktwert schon auf 50 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. Ende April lag er bei bis zu 80 Mrd. Doller und nun schon bei 100 Mrd. Dollar.

Aufgeblasener Wert?

Wie das Wall Street Journal Berichtet steigt der Börsenwert parallel zu den Gewinnerwartungen. Facebook wird aller voraussicht nach dieses Jahr einen Gewinn von ca. 2 Mrd. Dollar vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) machen, was eine enormen Steigerung der Rentabilität bedeuten würde. Trotzdem halten Börsenanalysten den Wert des Unternehmen für deutlich zu Hoch. Sie schätzen den Wert auf max. 50 Mrd. Dollar, also die Hälfte.

Generelle hohe Bewertung von IT-Unternehmen

In letzter Zeit steigen die Marktewerte von IT-Unternehmen sehr stark an. LinkedIn, ein auf die Arbeitswelt spezialisiertes Soziales Netzwerk, ging erst vor wenigen Wochen an die Börse. Die Aktie wurde schon am ersten Tag zwischenzeitlich mit einem um 120% gegenüber dem Platzierungspreises liegenden Wert gehandelt. Das Unternehmen selbst wird jetzt mit ca. 7,5 Mrd. Dollar bewertet, obwohl eine Bewertung mit 3 Mrd. Dollar schon als optimistisch galt.

Die russische Suchmaschine Yandex ging auch an die Börse und legte den größten Börsengang seit Google im Jahr 2004 hin.

Nun hat auch schon Groupon, die Schnäppchenseite, die erst letztes Jahr gegründet wurde, seinen Börsengang angekündigt. Das junge Unternehmen, dass erst im letzten Jahr eine Offerte von Google über 6 Mrd. Dollar abgelehnt hat, wird auf mehr als 15 Mrd. Dollar geschätzt, obwohl mit Google Offers und Facebooks Schnäppchenseite große Konkurrenz in dem Zukunftsmarkt herrscht.

Twitter wird mit 10 Mrd. Dollar bewertet und Zynga, der Hersteller von Spielen wie Farmville, wird selbst auch mit bis zu 9 Mrd Dollar bewertet. Außerdem wurde der Internettelefonie-Anbieter Skype von Microsoft für 8,5 Mrd. Dollar gekauft.

Des weiteren steigen die Werte von Google und besonders Apple an der New Yorker Börse stetig nach offen.

Eine neue Internetblase?

Bei den hohen Werten stellt sich die Frage ob nicht eine neue Dotcom-Blase entsteht. Diese neue, sich anbahnende Blase – ich nenne sie jetzt mal Web2.0-Blase – wird besonders dann deutlich, wenn man den Anstieg des DowJones innerhalb eines Jahres betrachtet und dann den von Apple und Google, sowie den Anstieg des Marktwertes von Facebook.

Der Wert des Dow Jones steig innerhalb eines Jahres um ca. 15%. Der von Apple um ca. 25%, der von Google magere 1% – dafür wird das Unternehmen insgesamt schon sehr hoch bewertet- und der Wert von Facebook um unglaubliche 435%!

Zu erwarten ist auch, dass Facebooks, Groupons und Twitters Marktwert weiter ansteigen wird, bis diese Unternehmen an die Börse gehen werden. Und da? Es muss sich zeigen, ob die Unternehmen denen ihn unterstellten Wert durch Umsatz und Gewinn rechtfertigen können oder ob dann doch eine sehr schnelle und starke Abwertung und viel realistischere Zahlen stattfinden wird.

Update:

Wie das Handelsblatt heute berichtet, weitet sich die Internetblase immer mehr aus. Laut dem Magazin wird das US-Internetradio Pandora nun schon mit 2,6 Mrd. Dollar bewertet, obwohl das Unternehmen nicht einmal profitabel ist. Die Bewertung des Unternehmen scheint mir bei dem mageren Umsatz von gerade einmal 51 Mio. Dollar und einem Verlust von 6,8 Mio. Dollar zu hoch.

Apple und die Daten

Wie ja bekannt ist, nimmt Apple den Datenschutz nicht so genau.

App Genome Project

Die FAZ hat am 19. April auf faz.net einen Artikel über den Datenaustausch bzw- transfer von Apps für iOS und Android herausgebracht. Sie beziehen sich dabei auf die Studie App Genome Project der Firma Lookout. Ganz oben bei der Liste der Apps, die die meisten Daten preisgeben: Facebook und Whatsapp, zwei sehr beliebte Applikationen für Handys.

Dass Apps Daten weiter geben, war den meisten bekannt, genauso wie, dass Apple den Standort der iPhones abfragt.

Apple und dein Standort

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, haben die Entwickler Alasdair Allen (@aallen) und Pete Warden (@petewarden), ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter, jetzt eine Software entwickelt, mit deren Hilfe man ein Video erstellen kann, auf dem man sieht, wo man alles war. Zu finden ist diese Software auf der Webseite http://petewarden.github.com/iPhoneTracker/.

Wer übrigens eine Liste findet, mit allen in dem App Genome Project untersuchten Apps – immerhin mehrere tausend Stück – findet, poste doch bitte den Link. Danke.

Die redende Weltmacht.

Schwere Zeiten für die Welt. Schwere Zeiten insbesondere für die arabische Welt. Jasmin-Revolution hier, Jasmin-Revolution da. Aufstände hier, Krieg dort. Und Deutschland mittendrin – fast.

Klare Kante für Freiheit und Menschenrechte

Westerwelle nutzte die Chance, sich als erster führender Außenminister sich klar zur Freiheit und Demokratie zu bekennen und sich mit der Protestbewegung in Ägypten zu solidarisieren. Westerwelle forderte auch lautstark den Rücktritt Gaddafis und Westerwelle forderte die sofortige Beendigung der kriegerischen Handlungen.

Alles deutete darauf hin, dass Deutschland in diesem historischen Um- und Aufbruch klar Stellung beziehen und behalten wird, nämlich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Deutschland bezog dann auch klar Stellung. Doch der Rahmen änderte sich schlagartig. Die Proteste in Libyen ähneln heute einem Bürgerkrieg. Diktator Gaddafi lässt seine Landsleute ohne Rücksicht auf Verluste von Flugzeugen, Panzern und Autos beschießen.

Neue Rahmenbedingungen, neues Dilemma

Die deutsche Position zur Revolution hat sich nun nicht geändert, doch haben andere Länder Deutschland den Rang als oberster Unterstützer des Umbruchs abgelaufen. Frankreich und Großbritannien forderten, später auch die USA, eine Flugverbotszone, setzen sie im Weltsicherheitsrat durch und haben begonnen, Gaddafis Armee zu beschießen.

Deutschland forderte auch die Flugverbotszone, enthielt sich aber bei der Abstimmung im Sicherheitsrat, weil es befürchtete, mit einer Zustimmung auch mit in den Krieg ziehen zu müssen. Jetzt steht Deutschland als feiges Land dar, welches laut fordert und nicht handelt.

Und auch in Deutschland scheint das Stimmverhalten im Sicherheitsrat umstritten zu sein. Quer durch alle Parteien, mit Ausnahme der Linken, wird heftig gestritten, ob die Entscheidung, sich der Stimme zu enthalten, richtig war.

Verpasste Chance

Deutschland hat sich erst letzten Oktober in den Weltsicherheitsrat wählen lassen und forderd schon seit langem einen ständigen Sitz in diesem sehr wichtigen Gremium. Mit konsequentem Handeln hätte Deutschland seinen Anspruch auf eine politische Führungsrolle in der Welt unterstreichen können, die der Bundesrepublik als Wirtschaftsmacht schon lange zukommt.

Facebook und Twitter absichern

Heute hat auch Twitter eine Funktion eingeführt, die allmählich im Internet Einzug erhält. Banken haben es schon lange eingeführt, Facebook dieses Jahr für alle Nutzer auch und jetzt Twitter: das https.

Mit diesem einen Buchstaben mehr soll Ihr Datenstrom geschützt werden.

Davon profitieren Sie vorallem, wenn Sie sich in ein nichtverschlüsseltes W-Lan-Netzwerk einloggen, denn dort kann Ihr Passwort mit https fortan nicht mehr mitgelesen werden. Wie Sie Ihre Accounts mithilfe von https sichern können und welche weiteren Funktionen es noch gibt, erfahren Sie hier.

https

Facebook bietet die Möglichkeit https standardmäßig zu nutzen. Weil leider nicht alle Facebook-Apps mit https arbeiten können, können Sie leider auch nicht jede App benutzen. Um https standardmäßig einzurichten, klicken Sie unter „Konto“ auf „Kontoeinstellungen“ und anschließend auf „Kontosicherheit“. Hier können Sie dann das Häkchen bei https setzen und schwups, ist Ihr Account ein Stückchen sicherer.

Hier gibt es auch eine weitere Funktion, dazu unten mehr.

Bei Twitter geht es genauso einfach. Einfach auf Ihren Benutzernamen klicken, anschließend auf „Einstellungen“ gehen und auf „nur HTTPS“ klicken und schon ist auch Ihr Twitter-Account sicherer.

Mozilla bietet für den Browser Firefox auch die Addon „HTTPS-Everywhere 0.9.4″ an, mit Hilfe dieser Firefox standardmäßig Webseiten wie Amazon, Dropbox, Facebook, Twitter, Microsoft, WordPress, Hotmail, GMX und viele mehr verschlüsselt.

HTTPS-Everywhere ist auch für Windows zum Download verfügbar.

Facebook-Anmeldung auf Geräten

Facebook bietet auch die Möglichkeit, sich informieren zu lassen, wenn sich jemand von einem unbekannten Ort in Ihrem Account einloggen möchte. Sie erhalten dann eine Email an Ihre angegebene Email-Adresse. Sie erhalten dann den Überblick darüber, wann und von welchem Gerät aus, der (versuchte) Login erfolgte.

Daten im Blick behalten

Facebook bietet noch eine weitere Möglichkeit. Facebook räumt seinen Nutzer ein, die über Ihn gespeicherten Daten herunterzuladen. Das geht ganz einfach. Einfach auf „Konto“ und dann „Kontoeinstellungen“ klicken, auf „Lade meine Informationen herunter“ gehen und den Download starten. Schon sehen Sie, was über Sie gespeichert wurde.

Ehrlich, Westerwelle ist der wahre zu Guttenberg

Ein Vergleich vom Medien-Altstar Westerwelle und Bild-Immernochstar zu Guttenberg.

In Anlehnung an den SPIEGEL-Titel „Das Märchen vom ehrlichen Karl“ (8/11) die Aussage dieser Überschrift. Sicher, Sie denken jetzt bestimmt, Westerwelle ist nicht zu Guttenberg, sondern das krasse Gegenteil. Das stimmt, ich werde Ihnen im Verlauf dieses sarkastischen und ironischen Artikels auch nicht nahebringen warum und auch nicht, warum er auch der wahre zu Guttenberg ist.

Mit Karl-Theodor zu Guttenberg wurden zwei Werte verbunden – Glaubwürdigkeit und Geradlinigkeit –, mit Westerwelle höchstens Käuflichkeit. Heute wissen wir, dass der Freiherr weder das Erste war, noch das Zweite. Mit dem ertricksten Doktortitel hat er das in kürzester Zeit geschafft, was Westerwelle mit seiner „spätrömischen Dekadenz“ und dem Spießrutenlauf der Medien nicht geschafft hat, nämlich sich selbst aus dem politischen Business ins Abseits zu katapultieren.

Unser KT konnte sich durch seinen Reichtum als Adeliger etwas leisten, was im politischen Betrieb eine seltene Sache ist. Seine Geradlinigkeit war etwas nie da gewesenes. Erst kokettierte er mit Rücktritt, als Merkel unsere Steuergelder in Opel pumpen wollte und sprach sich dann dafür aus, Quelle Bürgers Geld zu leihen. Dann fand er, den Taliban ein bisschen Feuer zu machen, indem ein Tanklaster bombardiert wird, sei angemessen, später im Bundestag irgendwie dann nicht mehr. Auch sagte unser Ex-Verteidigungsminister, etwas sehr lobenswertes: Wir dürften den Kommandanten der Gorch Fock nicht vorverurteilen. Der selbige Minister wagte es dann seinen Kommandanten auf Basis ein BILD-Artikels zu beurlauben. Wenn Sie das noch mal in Erinnerung rufen, dann sehen Sie, dass zu Guttenberg vor Geradlinigkeit fast zu zerbersten scheint.

Auch seine über 80 Anzeigen wegen seiner Flüchtigkeitsfehler beim Zitieren in der Doktorarbeit beweisen nur sowas von, wie glaubwürdig Ex-Doktor Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ist. Er kann es sich leisten, sich nicht an die Regeln (des politischen und wissenschaftlichen Betriebs) zu halten. Guttenberg ist einfach Guttenberg und dieser ist einfach anders.

Westerwelle ist auch anders. Er ist der blasse, der, der nur Kumpels mit auf seine Auslandsreisen nimmt und keine gut aussehende Frau an seiner Seite hat, weil er schwul ist. So einer kann nur verachtet sein.

Westerwelle ist ein Blender – ach ne, so bezeichnete der SPIEGEL ja zu Guttenberg. Westerwelle ist einer vom Maskenball – dass passt irgendwie besser. Hinter seiner Maske als Komponist der deutschen Politik (wegen seiner Art zu Reden), entpuppt er sich als ein gradliniger und glaubwürdiger Mensch. Was für ein dreistes Schauspiel!

Hätte Westerwelle nach seinem Amtsantritt als Stellvertreter-Verteidigungsminister, ´tschuldigung, als Außenminister, nicht die Rolle des Oppositionsführers zur Seite gelegt, sondern weiter kräftig auf den Putz gehauen, würden Sie ihn lieben.

Westerwelle hätte auch das mit dem Verbrüdern mit den Rebellen da unten in Afrika sein lassen sollen. Was wollen die Afrikaner denn mit einem unserer an ihrer Seite? Und so etwas ist dann Außenminister!? Schwer vorstellbar, aber es ist so.

Aber wenn wir noch einmal in die letzten zwei Jahr seiner Pleiten zurücksehen, wissen wir auch warum. Erst der Erfolg mit dem Steuergeschenk für Mövenpick, dann sein Traum der „spätrömischen Dekadenz“ und dann war es das schon mit Erfolgen. Fortan nur noch Fehltritt. Der Einzug in den UNO-Sicherheitsrat, Seit´ an Seit´mit dem vorsorgenden Staat China und dem Mutterland aller Sozialversicherungen, den USA. Dann die Angst um die Atomwaffen. Jeder weiß doch, dass man die braucht, sogar Kim Jong Il aus Nordkorea. Und wie gesagt, dann die Verbrüderung mit den Rebellen. Herr Westerwelle, schämen Sie sich! So geht das nicht, machen Sie das wie unser Soldatenminister zu Guttenberg!

Herr Westerwelle, Sie können nicht einfach so für das Publikum gute Politik machen. Das geht nicht! Sie müssen da auch etwas Rücksicht auf Ihre Kollegen nehmen, die darin noch nicht so geübt sind. Sie hätten sich ruhig etwas zurücknehmen können, damit zu Guttenberg auch eine Chance gehabt hätte, nicht immer so am Schreibtisch zu sitzen, sondern auch mal pressewirksam seine Tour zum Broadway zu machen.

Jetzt ist es auf jeden Fall zu spät. Sie, liebe Leser/innen, wissen auf jeden Fall jetzt, wie Sie auch schon vorher wussten, dass Westerwelle nicht zu Guttenberg ist und dass er schlecht wie eh und je ist, denn eigentlich schwimmt er auf einer (Presse-)Welle der Euphorie, in der zu Guttenberg leider untergegangen ist. Schade.

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